Januar

Obstgarten

Flechten und Moos an Stämmen:

Gerade in den Wintermonaten fallen Moose und Flechten an Obstbäumen besonders auf. Viele Gartenfreunde fürchten dadurch Schäden. Doch keine Sorge: An älteren Bäumen sind keine zu erwarten. Lediglich an jungen Bäumen können Flechten, besonders wenn sie an den Triebspitzen wachsen, den Austrieb behindern. Machen Sie sich in solch einem Fall darüber Gedanken, ob die Wachstumsbedingungen für Ihren Baum optimal sind. Auf gut wachsenden Bäumen fühlen sich Flechten in der Regel nicht wohl.

Auf Astring sägen oder schneiden:

Gelegentlich sieht man noch, dass bei Säge- und Schnittarbeiten Aststummel stehen gelassen werden, in der Annahme, es sei gut für den Baum. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Besser ist es, wenn Sie den Ast dicht am Stamm, am sogenannten Astring (Wulst an der Ansatzstelle) absägen oder schneiden. Dort sind die Wachstumszellen konzentrierter und sorgen für eine schnelle Überwallung der Schnittwunde.

Edelreiser schneiden:

Möchten Sie im Frühjahr Äpfel oder Birnen veredeln, können Sie die Edelreiser dafür jetzt schneiden, da sie sich noch in Winterruhe befunden. Bis zum Veredeln im März/ April lagern Sie die Reiser in feuchtem Sand an einem kühlen und dunklen Platz. Auch eine Aufbewahrung in einer Tüte im Kühlschrank ist möglich.

Gemüsegarten

Anzuchterde selbst mischen:

Bald geht es mit der Gemüseanzucht wieder so richtig los. Wenn Sie die Anzuchterde dafür nicht kaufen möchten, mischen Sie doch einfach selbst. Gut bewährt hat sich eine Mischung aus je einem Drittel vollreifen Kompost, gewaschenem Sand und Gartenerde. Bevor Sie darin aussäen, sieben Sie die Mischung durch und sterilisieren Sie sie im Backofen bei 200 Grad Celsius für ca. 30 Minuten.

Artischocken frühzeitig aussäen:

Da Artischocken besonders am Anfang recht langsam wachsen, nehmen Sie schon jetzt die Aussaat vor. Legen Sie die Samen vorher für etwa 24 Stunden in warmes Wasser (Thermoskanne), so keimen sie besser. Säen Sie anschließend die Samen einzeln in kleine Töpfe mit Anzuchterde und stellen Sie diese an einen hellen und warmen Platz (18-23 Grad Celsius). Ab Mitte Mai setzen Sie die vorgezogenen Pflanzen ins Freie.

Sprossen von der Fensterbank:

Für frische Vitamine im Winter sorgen Sprossen von der Fensterbank. Wenn Sie es eher mild mögen, eignen sich z.B. Luzerne, Erbse, Weizen, Sonnenblume, Sesam oder Linsen. Wenn es etwas kräftiger sein darf, nehmen Sie Kresse, Radieschen, Rettich oder Senf. Im Handel gibt es dafür spezielle Sprossengläser und Schalen, mit denen Ihnen die Anzucht besonders leicht gelingt.

Ziergarten

Stauden durch Wurzelschnittlinge vermehren:

Einige Stauden, wie Herbstanemone, Kugelprimel, Silberdistel, Kugeldistel, Storchschnabel oder Flockenblume, können Sie ab jetzt durch Wurzelschnittlinge vermehren. Legen Sie dafür bei frostfreiem Wetter einige Wurzeln frei und schneiden Sie diese mit einem scharfen Messer in 10- bis 15 cm lange Stücke. Füllen Sie dann einen Topf mit Anzuchterde, legen oder stecken Sie die Wurzelstücke hinein und decken Sie das Ganze mit einer Schicht Sand ab. An einem geschützten Platz im Freien treiben die Wurzeln so bis zum Frühjahr aus.

Von Schneelast befreien:

Prinzipiell schützt und isoliert eine Schneeschicht Pflanzen vor strengen Frösten. Ist der Schnee allerdings nass und schwer, sollten Sie ihn besonders von Immergrünen abschütteln, um Bruchschäden zu verhindern. Sonst können Krankheitserreger in die Pflanzen eindringen.

Wenn die Zimmerlinde nicht blühen will:

Wenn die Zimmerlinde nicht mehr ihre weißen Blütendolden zeigt, liegt das wahrscheinlich am falschen Standort. So ist das warme Wohnzimmer ungeeignet. Ein kühler (um 10 Grad Celsius) und heller Platz ohne direkte Sonne ist dagegen ideal, um die Blütenbildung anzuregen.

Quelle: Gartenfreund, Ausgabe Nr. 1/ Januar 2022, S. 14